2005, „Das Glück der Farbe“, Prof. Valerio Dehò

 
Ihre Gemälde sind eine Weiterentwicklung ihrer Ideen gegenüber der Kunst, und diese reflektieren über das Leben, über die Solidarität, über die Fähigkeit der Malerei, Farbe und Glück überall hinzubringen. Aber in den verschiedenen Phasen, welche die Künstlerin durchlebt hat, liest man insbesondere eine Suche nach Qualität und nach absoluter Ehrlichkeit. Diese Klarheit ist auch in den neuesten Arbeiten, die die förmliche Erfahrung der Abstraktion im klassischen Sinne, als progressive Entfernung aus der Realität fortsetzen, offensichtlich. Eine Realität, die als figürliche Gegebenheit entsteht, als Mimesis, und ihren Komponenten progressiv Freiraum lässt, um an die pure Form zu gelangen. Ein Prozess, in dem die Realität weiterhin existiert, aber im Hintergrund, als extremer, wesentlicher Bezug, nicht jedoch als Subjekt der künstlerischen Komposition.

Es ist nämlich so: Die letzten Gemälde von Gerdi Gutperle lassen sich perfekt innerhalb der seit wenigen Jahren stattfindenden Rückkehr zur Abstraktion einordnen. Das Glück, und damit die Malerei, muss möglicherweise die Distanz der Darstellung von der Realität wiedergeben. Wir sind sowohl während des Arbeitstages als auch in der Freizeit mit Tausenden von Bildern konfrontiert. Die Abstraktion ist ein harter und disziplinierter Weg, um in der Kunst einen Durchgang zu einer ständigen spirituellen Askese zu öffnen. Aber es handelt sich immer um eine Abstraktion, die in der Kunstgeschichte nichts demonstrieren muss, die eine neue Kommunikationsmöglichkeit zwischen der Kunst und der Welt sucht.

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