Dr. Dietmar Schuth


Auf der Suche nach dem Paradies
Gedanken zu den Bildern von Gerdi Gutperle

 
Gerdi Gutperle sucht dieses Paradies in ihren Bildern, das Glück und die kindliche Unschuld. Sie hat es schon in der ganzen Welt gesucht, bis sie endlich – bei sich zu Hause – jene Welt entdeckte, die ihr zumindest ein Schlüsselloch eröffnen kann zu den himmlischen Pforten: die Kunst. Ein Seher hatte ihr schon vor Jahren diesen Hinweis gegeben. Und seit etwa vier Jahren malt Gerdi Gutperle wie in einem Rausch ein Bild nach dem anderen und nähert sich dem Glück. Gerdi Gutperle malt mit Vorliebe und mit großer Liebe Blumen und himmlische Landschaften, in einer »Ehrfurcht vor der Schöpfung«, wie sie selbst bekennt. Sie malt Blumen, weil sie in Form und Farbe das Schönste sind, was die Natur erfunden hat und für jeden Maler bis heute eine realistische Herausforderung darstellen. Sie malt den Himmel mit seinen Sonnenuntergängen, weil seine Wolkenformationen und Lichtstimmungen die Kunst der Abstraktion vorwegnehmen, das koloristische Auge faszinieren und ein ideales Medium für ihre lasierende Öltechnik darstellen. Ja, Gerdi Gutperle bevorzugt die klassischen Techniken, ist eine moderne Künstlerin alter Schule. Auch mit ihren Motiven, den Naturbildern, reiht sie sich in eine lange Tradition und in die große Schar derer, die die Schwertlilien eines Vincent van Gogh, die Seerosen eines Claude Monet, die botanischen Studien eines Albrecht Dürer oder die hundertblättrigen Teerosen Chinas in der niederländischen Stilllebenmalerei so lieben. Doch Gerdi Gutperle kopiert keine Alten Meister, sondern entdeckt in der Natur eine zeitlose Schönheit, die immer wieder völlig neu entdeckt werden kann. Sie malt ihre eigenen, einzigartigen Blumen: Rosen und Hibiskusblüten, Akelei und Anemonen, Schwertlilien, Malven und Margeriten, Papageientulpen, Orchideen und viele andere mehr, sprich jenen »umfriedeten Garten« des alten Persiens, in dem bisweilen auch Vögel gleichen Namens leben und blaue Schmetterlinge ihre Flügel schlagen, vor dessen Pforten aber auch Löwen und Leoparden auf der Lauer liegen.

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